Balou und das verdrehte Bein

Vor gut 1,5 Jahren haben wir einen Nachmittagsspaziergang fast hinter uns, da kommt uns ein schwarzer Labradorrüde mit Halter entgegen und macht schon von Weitem mächtig Alarm.

Wir gehen ein Stück zur Seite, um ihn passieren zu lassen aber Balou ist jetzt auch auf 180 und sehr aufgeregt. Meine Frau hält ihn fest aber er dreht sich um seine eigene Achse und bleibt dabei mit seinem linken Hinterlauf irgenwo hängen.
Es erfolgt ein mächtiger Schmerzensschrei von ihm und er hält jetzt sein linkes Hinterbein hoch, kann nur auf drei Beinen laufen und es sieht furchtbar aus.

Da sich das alles nur noch verschlimmert ruf ich unseren TA an, der ist nicht da, seine Tierarzthelferin gibt uns eine Nummer in Berlin, der TA ist auf Orthopädie und Chirurgie spezialisiert.
Ich rufe an und wir können auch gegen 18.00 Uhr vorbei kommen. In dieser Praxis angekommen wird eine Röntgenaufnahme gemacht, die Ärztin kommt zu uns und sagt : Ich würde gerne eine zweite Aufnahme machen, ok, nach 5 Minuten kommt sie und sagt ; Ich würde gerne eine dritte Aufnahme machen, ok. Nach weiteren 5 Minuten haben wir ihn wieder bei uns.
Dann das Gespräch. Sie hängt eine Aufnahme an den Schaukasten und sagt dort ist ne dunkle Stelle. Meine Frage was das ist beantwortet sie nur mit : Ich habe da einen Verdacht. Ich lass nicht locker und sie sagt es könnte Krebs sein. Scheiße !
Meinen nochmaligen Hinweis auf das Drehen um die eigene Achse und das Hängenbleiben wird ignoriert.
Er bekommt eine Schmerzspritze und was gegen Entzündung ( sicher Kortison ) und wir können nach Hause. Befund geht an unseren TA.

Wir fahren nach Hause genauso schlau wie vorher, 300 Euro ärmer und jetzt noch son Tumor in den Gedanken. Ein ganz grässliches Gefühl.

Erst zu Hause bemerke ich, warum hat die uns nur eine Röntgenaufnahme gezeigt ? Eventuell zwei versaut und dann schnell einen Tumor aus der Tasche gezogen, damit der Preis nicht so unverschämt wirkt ?

Die Schmerzspritze wirkt übrigens nicht. Er kann nur hüpfen.

Unser TA hat den Befund erhalten und bläst erst einmal ins gleiche Horn.
Wieder Schmerzspritze und sorgenvolles Gesicht.
Spritze wirkt nicht.

Ich setzte mich jetzt an den PC, google rum, mir war da was im Hinterkopf. Ich finde es wieder, ein pflanzliches Schmerzmittel für Haustiere. Ich bestelle es, nächsten Tag ist es da. Wir geben es unserem Balou und warten.

Und mit einem Mal kommt der Dicke um die Ecke und wedelt mit dem Schwanz. Er kann wenigstens sein Bein aufstellen und etwas laufen.

In den nächsten Wochen geht es langsam aber stetig voran und er kann so leidlich laufen. Nach ca. 4 Monaten geht es wieder ganz gut. Eine weitere Röntgenaufnahme zeigt, die dunkle Stelle ist fast weg. Also kein Tumor. Nach einem halben Jahr sieht sein Laufbild wieder rund aus und wir waren wieder glücklich.

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