Nachruf auf Balou vom Kranichblick

Balou

Es ist jetzt fast 2 Monate her, das er nicht mehr unter uns weilt und es ist immer noch unbeschreiblich, wie sehr wir ihn vermissen.

Nach seinem Ableben merken wir erst, was für tiefe Spuren er in unserem Leben hinterlassen hat.
Wir und unsere Hündinnen merken schon, da fehlt der ruhige, selbstbewußte Rüde, der sich nie grob vordrängelte oder zeigte, ich bin ein Chef oder Macho, sondern immer sanft dazwischen schob.
Es fehlt der Beschützer, der Ausschau hielt nach fremden Rüden und Gefahren.
Es fehlt das ruhige, ordnende Element im Rudel.
Es fehlt der wachsame Beller beim Klingeln oder dem Vorbeilaufen fremder Hunde.
Es fehlt ganz doll das Begrüßungsbellen von Balou.
Es fehlt der Deckenzusammenkratzer, der dann stolz auf diesem Haufen lag.
Er lief oft, wenn er von hinten ankam zwischen uns durch, anstatt außen vorbei.

Kam man ganz langsam mit dem Kopf an seinen Kopf und schaute ihn dabei an, dann tat er so als ob er dich wegbeißen will, knipte aber nur ganz zärtlich an deine Backe und freute sich.

Ein ganz lieber Rüde ohne Jagdtrieb und ohne Aggressionen, sehr gehorsam und stets bereit seine Hündinnen zu beschützen.
Er hat uns nur Freude bereitet.
Beeindruckend auch sein Instinkt beim Decken von Hündinnen, er war stets nur zu den Stehtagen sehr hinterher. Nie grob aber immer bei der Sache.

Sein Tod

Es begann mit einer Schwächephase, wir glaubten allerdings, es war die Wärme, die ihm zu schaffen machte. Es war Anfang April einige Tage sehr warm. Er ließ dann den Schwanz hängen und trottete langsam mit. Als es wieder kühler wurde, lief er wieder gut mit.
Einige Tage später würgte er sein Fressen nach gut einer Stunde wieder hoch. Abends das Gleiche. Den nächsten Morgen Futterverweigerung, meine Frau fuhr zum TA, der spritzte was gegen sein Fieber und nahm Blut ab für ein Blutbild. Sein Zustand besserte sich nicht. Abends wieder kein Futter angerührt und auch nichts mehr getrunken. Er wurde immer schwächer. Den nächsten Morgen wieder zum TA, Ultraschall mit der Erkenntnis, Balou hat einen riesengroßen Milztumor.
Meine Frau kam mit ihm zurück und wir entschlossen uns Balou zu erlösen, denn er hatte auch riesige Schmerzen, die er allerdings kaum zeigte. Er schlief fast den ganzen Vormittag bevor unser TA kam und Balou dann in unseren Armen einschlafen ließ.
Es ist unfassbar schwer damit klar zu kommen, das er nicht mehr da ist aber wir blicken auf ein gutes Jahrzehnt zurück, mit einem wunderbaren Eurasier, Hund und Freund, der in seinen zahlreichen Nachkommen verewigt ist.

Unsere Hündinnen haben seinen Verlust sehr gut verkraftet, kurz an seinem leblosen Körper geschnuppert und dann weggegangen. Das wars. So sieht das Abschiednehmen aus, kurz und schmerzlos aber sehr wichtig für das Rudel. Für uns sieht das ganz anders aus, wir leiden extrem und das eigentlich ständig.

Danach

Sie merken aber, das wir extrem traurig sind und versuchen durch Schmusen, sich vor die Füße legen, durch Ablecken unseren Schmerz zu lindern, uns zu trösten. Das ist wundervoll. Wir alle müssen uns jetzt erst wieder ordnen und unser Leben neu gestalten. Allerdings gehört für mich ein Rüde einfach zum Rudel dazu, was nicht bedeutet sofort einen Neuen zu holen. Da werden wohl einige Jahre ins Land gehen, bis das passiert und wir wieder ein vollständiges Rudel haben.

Wer weiß, was nach unserem Leben geschieht, vielleicht treffe ich den Balou irgendwann mal wieder, ich würde mich freuen.
Du fehlst mir mein Großer.

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